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THEPTIDA RONGRAEM | HOTELENGEL
T 1974, R: Prinz Chatrichalerm Yukol, D: Soraphong Chatri,Wiyada Umarin, 103’
DVD, OmeU


Theptida Rongraem – der Titel bezeichnet einen Euphemismus für Prostituierte
– war nach Khao Chue Karn (Doktor Karn) der zweite sozialkritische Film des jungen
Regisseurs. Wie Ersterer basiert auch Theptida Rongraem auf einer Vorlage aus der
politisch engagierten Literatur-für-das-Leben-Strömung. Im Gegensatz zu dem ein Jahr
vor dem Fall der Diktatur Thanoms gedrehten Khao Chue Karn, der die Korruptheit des
Regimes anprangerte, erzählt Theptida Rongraem, der im ersten Jahr nach der
erfolgreichen Vertreibung Thanoms durch protestierende Studenten entstand, eine
Geschichte von sexueller Ausbeutung und ihrer Überwindung.
Malee ist ein naives Bauernmädchen aus einer nördlichen Provinz, das sich von ihrem
Freund aus dem Heimatdorf nach Bangkok locken lässt. Dort angekommen, wird sie
zugleich an einen Zuhälter verkauft und begegnet Mädchen, die ein ähnliches
Schicksal erlitten haben, sowie jungen Männern, die aus ihrer Arbeit als Prostituierte
persönliches Kapital schlagen wollen. Fügt sich Malee zu Beginn scheinbar mühelos
ihrem Schicksal, so verändert die Begegnung mit einem Mädchen, das sich lieber
in den Tod stürzt als zur Prostitution gezwungen zu werden, Malees Sichtweise.
Dank einer geschickten Montage dieser Szene mit den erfolgreichen Studenten-
demonstrationen des Vorjahres entfaltet der bis dahin mal sozialrealistischem,
mal asiatischem Genrekino verpflichtete Film schlagartig eine allegorische
Dimension. Theptida Rongraem ist ein Klassiker des neuen, politisch engagierten
thailändischen Kinos der 1970er Jahre.

Einführung: Ekkehard Knörer

02.05. | 21:00


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